Schutzkonzept

des Reit- und Fahrverein Ankum e.V.

gegen sexualisierte Gewalt

"Wegschauen ist keine Lösung!

Wegschauen schützt die Falschen!"

 

  1. Vorwort

In einer Welt, die sich ständig verändert, bleibt eines unverändert: die Leidenschaft für das Reiten und die Gemeinschaft, die wir in unserem Verein teilen. Daher ist es wichtig, dass wir ein Umfeld schaffen, in dem sich jeder sicher, respektiert und wohl fühlt.

 

In den letzten Jahren haben wir zunehmend erkannt, dass Gewalt in ihren verschiedenen Formen – sei es physische, psychische oder verbale Gewalt – in vielen Lebensbereichen ein ernstes Problem darstellt. Auch in Sportvereinen kann es zu Konflikten und unangemessenem Verhalten kommen. Daher ist es unsere Verantwortung, proaktiv zu handeln und ein klares Zeichen gegen Gewalt zu setzen. 

 

Mit diesem Schutzkonzept gegen Gewalt möchten wir eine umfassende Strategie entwickeln, die sowohl präventive Maßnahmen als auch klare Handlungsanweisungen umfasst. Unser Ziel ist es, ein Bewusstsein für die verschiedenen Facetten von Gewalt zu schaffen und alle Mitglieder zu ermutigen, sich aktiv für ein respektvolles Miteinander einzusetzen. Wir möchten eine Kultur fördern, in der jeder Einzelne die Möglichkeit hat, seine Stimme zu erheben und sich gegen jegliche Form von Gewalt zu wehren.

 

Das Schutzkonzept basiert auf den Grundsätzen von Respekt, Toleranz und Offenheit. Wir möchten sicherstellen, dass alle Mitglieder – unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft oder Erfahrungsgrad – die gleichen Chancen und Rechte haben. Dazu gehört auch, dass wir uns gegenseitig unterstützen und aufeinander achten. 

 

Wir laden alle Mitglieder, Eltern und Freunde ein, sich aktiv an der Umsetzung dieses Konzepts zu beteiligen. Ihre Meinungen und Erfahrungen sind wertvoll und tragen dazu bei, unser gemeinsames Ziel zu erreichen: einen sicheren und einladenden Raum für alle Reitsportbegeisterten zu schaffen. 

 

Darüber hinaus werden wir Schulungen und Workshops anbieten, um das Bewusstsein für Gewaltprävention zu schärfen und den Umgang mit Konflikten zu erlernen. Wir möchten, dass jeder in unserem Verein die nötigen Werkzeuge hat, um in schwierigen Situationen angemessen zu reagieren und Unterstützung zu suchen.

 

Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, unseren Reitverein zu einem Ort zu machen, an dem Respekt und Sicherheit an erster Stelle stehen. Jeder von uns kann einen Beitrag leisten, um eine positive und unterstützende Gemeinschaft zu fördern.

 

2. Risikoanalyse

Zu Beginn ist es wichtig zu betonen, dass diese Risikoanalyse nicht dazu dient, irgendjemanden unter Generalverdacht zu stellen. Vielmehr konzentriert sich die Analyse auf mögliche „Worst-Case-Szenarien“, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten bestmöglich vorbereitet sind. Das Schutzkonzept soll keinesfalls dazu führen, dass bestimmte Gruppen oder Einzelpersonen negativ angesprochen oder bloßgestellt werden. Dennoch ist es unerlässlich, Risiken und potenzielle Fehlerquellen offenzulegen, um proaktive Präventionsmaßnahmen zu ermöglichen.

 

Die körperliche und emotionale Nähe, die im Sport entstehen kann, birgt das Risiko von sexualisierten und grenzverletzenden Übergriffen. Daher ist es von großer Bedeutung, dass alle Verantwortlichen durch Achtsamkeit, Aufmerksamkeit und aktives Handeln dazu beitragen, potenzielle Täter/innen abzuschrecken und ein Klima zu schaffen, das sowohl Jugendliche als auch Erwachsene im Sport vor sexualisierter Gewalt schützt.

 

In Vereinen sind dabei einige Besonderheiten zu beachten. Kinder und Jugendliche sind freiwillig hier und erleben den Sport oft als Ausgleich zum Alltag, was mit Freude und Spaß verbunden ist. In diesem Umfeld knüpfen sie soziale Kontakte, finden Bezugspersonen und schenken Vertrauen. Auch im Reit- und Fahrverein Ankum gibt es kaum Zugangsbeschränkungen, was bedeutet, dass jeder zunächst teilnehmen kann und sich das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen erarbeiten kann.

 

Zusätzlich bestehen Kooperationen mit Schulen, Kindergärten etc. Diese besuchen regelmäßig, begleitet von einer pädagogischen Fachkraft, das Vereinsgelände, um wöchentliche Reitstunden mit unseren Schulpferden durchzuführen.

 

Das Gelände des Reit- und Fahrvereins Ankum ist groß und teilweise uneinsichtig. Auch Nicht-Vereinsmitglieder dürfen sich in bestimmten Bereichen aufhalten, was bedeutet, dass Personen nicht ständig beobachtet werden können. Dies bietet potenziellen Tätern die Möglichkeit, Orte und Zielgruppen zu studieren. Um dem entgegenzuwirken, ist es wichtig, dass alle Beteiligten aufmerksam sind und handeln.

 

Viele Jugendliche befinden sich in einem Alter, in dem sie keine ständige Aufsicht benötigen. Sie können sich eigenständig auf dem Vereinsgelände bewegen; ein Großteil von Ihnen betritt und verlässt das Vereinsgelände eigenständig. Dies birgt Risiken, da sie nicht unter ständiger Beobachtung stehen müssen. Der Reit- und Fahrverein Ankum verfügt über getrennte Toiletten, die einzeln abschließbar sind. Sowohl das Stübchen als auch die Sattelkammer sind zu jeder Zeit frei zugänglich.

 

Körperliche Nähe ist ein zentrales Thema, insbesondere unter Jugendlichen. Berührungen können beispielsweise beim Aufsitzen oder Nachgurten vorkommen. Besonders „Reitanfänger“ werden aus Sicherheitsgründen in den ersten Stunden möglicherweise am Oberschenkel festgehalten. Bei gemeinsamen Aktivitäten, wie dem Putzen der Schulpferde, kann ebenfalls körperliche Nähe durch Hilfestellungen entstehen.

Zusätzlich können die Einstellungen und Haltungen der Personen, die mit den Kindern und Jugendlichen arbeiten, ein Risiko darstellen. Ein großes Altersgefälle, Geschlechterhierarchien, Machtverhältnisse und Leistungsorientierung können zu Grenzverletzungen führen. Kinder und Jugendliche finden im Sport oft Idole und Vorbilder, was zu einer „falschen“ Abhängigkeit führen kann. Regelüberschreitungen und grenzverletzendes Verhalten müssen offen angesprochen.

 

3. Sensibilisierung

Alle ehrenamtlich tätigen Personen verpflichten sich, im Einklang mit diesem Schutzkonzept zu handeln und in Zusammenarbeit mit den Ansprechpartner/innen des Vereins über das Thema sexualisierte Gewalt aufzuklären und Sensibilisierungsmaßnahmen durchzuführen. Trainer/innen erhalten eine Schulung zur Sensibilisierung. Das Schutzkonzept wird auf der Homepage des Vereins veröffentlicht, und alle Mitglieder werden darüber informiert. Darüber hinaus gibt es einen Verhaltenskodex sowie eine Selbstauskunftserklärung, dessen Unterzeichnung für diejenigen erforderlich ist, die ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen müssen. Dieser Kodex wird allen Mitgliedern zur Kenntnisnahme zur Verfügung gestellt und ist ebenfalls auf der Homepage zugänglich.

 

3.1 Erweitertes Führungszeugnis

Die Pflicht, ein erweitertes Führungszeugnis vorzulegen, gilt für alle im Verein, die mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten (z. B. Reitlehrer/innen, Angestellte, Vorstandsmitglieder). Das Führungszeugnis wird nicht gespeichert oder in den Unterlagen abgeheftet. Es erfolgt lediglich eine Sichtung. In einer Tabelle wird vom Vorstand festgehalten, dass ein erweitertes Führungszeugnis vorgezeigt wurde. Das Führungszeugnis ist in einem regelmäßigen Abstand von fünf Jahren vorzulegen. Der Reit- und Fahrverein Ankum übernimmt die Kosten für die Beantragung der Führungszeugnisse gegen Vorlage eines Beleges.

 

3.2 Selbstauskunftserklärung

Die nachfolgende Selbstauskunftserklärung ist verbindlich von allen Reitlehrer/innen, Angestellten und Vorstandsmitgliedern zu unterzeichnen. Die Erklärungen werden in einem Ordner durch den Vorstand abgelegt. 

Selbstauskunftserklärung PDF

 

3.3 Verhaltenskodex

Alle Reitlehrer/innen, Angestellte, Vorstandsmitglieder sowie Einstaller/innen des Reit- und Fahrvereins Ankum unterschreiben den nachfolgenden Verhaltenskodex und halten sich im Vereinsleben an das Unterschriebene.

 

Diese Unterschrift ist ebenfalls alle fünf Jahre zu wiederholen. Die Unterschriften werden in einem Ordner durch den Vorstand verwahrt.

Verhaltenskodex PDF

 

3.4 Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Der Reit- und Fahrverein Ankum organisiert eine Präventionsfortbildung zum Thema Kinderschutz und sexualisierte Gewalt. Diese Fortbildung ist für alle Reitlehrer/innen verpflichtend.

 

Im Rahmen einer Ferienspaßaktion soll den Kindern und Jugendlichen in unserem Verein kindgerecht und auf freiwilliger Basis das Thema Selbstschutz nähergebracht werden.

 

Handlungsleitfaden für den Verdachtsfall

 

 

- +
Nichts auf eigene Faust unternehmen!
  • Ruhe bewahren.
  • Keine überstürzten Aktionen.
Keine direkte Konfrontation des mutmaßlichen Täters, der mutmaßlichen Täterin!
  •          Zuhören, Glauben schenken und ernst nehmen! Verhalten des potentiell betroffenen Menschen beobachten.
  • Datum, Uhrzeit mit einer kurzen Notiz anfertigen.
Keine eigenen Ermittlungen zum Tathergang!
  • Die eigenen Grenzen und Möglichkeiten erkennen und akzeptieren.
Keine eigenen Befragungen durchführen!
  • Hilfe holen!
Keine Informationen an den/die mutmaßliche:n Täter:in.
  • Unter Wahrung strikter Verschwiegenheit sich mit einer (Fach-)Person des eigenen Vertrauens (siehe auch unten aufgeführte Ansprechpersonen innerhalb und außerhalb des Reit- und Fahrvereins).

Im Falle eines Verdachts im Zusammenhang mit einem(r) Minderjährigen:

  •           Zunächst keine Konfrontation der Eltern des vermutlichen Opfers mit der Vermutung!
  • Mit der Ansprechperson des Vereins Kontakt aufnehmen und den Verdachtsfall anonymisiert besprechen.

Fachberatung einholen bzw. Weiterleitung des Verdachts!

  • Bei Erhärtung des Verdachts Kontaktaufnahme mit den Eltern durch Ansprechperson des Vereins in Zusammenarbeit mit der Fachberatung.

                                                                                                                               

 
 

Ansprechpersonen Reit- und Fahrverein Ankum:

 

Janine Overbeck Lisa Wingerberg Franziska Wingerberg
 0176 64005419 0172 9278906  0172 2135516 

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Fachberatung der FN:

 

Annette Beckmann
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